Reha-Technik
Die Erfolgsgeschichte von Dragon NaturallySpeaking
Zu den Spracherkennungs - Produkten
Spracherkennung - Schluss mit den Vorurteilen
Wir schreiben das Jahr 1992...
Das amerikanische Unternehmen Dragon Systems hatte das amerikanische Konsulat in Düsseldorf bei der Vermarktung einer völlig neuen Software um Hilfe gebeten. Diese neue Software sollte es ermöglichen, den Computer mittels Sprache zu bedienen.
Das Konsulat seinerseits vermittelte diesen Kontakt an das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium, die ihrerseits den Kontakt weiterreichten an die beratenden Ingenieure des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Münster.
Dort war es Herr Dipl. Ingenieur Hans-Dieter Mecheln, der die Aufgabe hatte, die Vermittlungskette zu schließen und Wirtschaftsunternehmen mit konkretem Interesse anzusprechen.
Durch meine Tätigkeit als Vertriebsingenieur für elektronische Hilfsmittel für schwerst körperbehinderte Menschen hatte ich das Glück, zu den Angesprochenen zu gehören.
So war ich eingeladen zu einer außergewöhnlichen Produktdemonstration, die in einem Hotel in Hannover im Vorfeld der Computermesse CeBIT stattfand.
Es war Claudia Ellerman, zuständig für den Bereich Marketing bei der Firma Dragon Systems, die einen ausführlichen Text in deutscher Sprache diktierte. Dabei sprach sie in ein Kopfbügelmikrofon und alle Besucher schauten gespannt auf den großen Röhrenmonitor, wie dort die gesprochenen Worte nachgelesen werden konnten.
Es war sehr beeindruckend, mit welcher hohen Trefferquote der Computer die Stimme von Frau Ellermann erkannte!
Dann geschah das Unerwartete: eine Angestellte des Hotels, "bewaffnet" mit einem laufenden Staubsauger, näherte sich der Präsentationsbühne.
Während alle erstaunten Gäste davon ausgingen, dass die Vorführung unterbrochen werden würde, ignorierte Frau Ellermann den Staubsauger und diktierte fleißig weiter. Obwohl natürlich einige Erkennungsfehler auftraten, funktionierte die Spracherkennung trotz der hohen Störgeräusche überraschend gut.
Beeindruckt durch diese Präsentation stand für mich fest, dieses Spracherkennungssystem zukünftig auch bei schwerst körperbehinderten Menschen einzusetzen.
Noch im gleichen Jahr erfolgte die erste Installation bei einem Tetraplegiker in der Nähe von Hamburg, der mit Hilfe der Spracherkennung sein Physik-Studium sehr erfolgreich abschließen konnte.
Mit dieser ersten Installation begann in Deutschland ein neues Zeitalter für die Computerbedienung.
Besonders aber für die Menschen, die aufgrund einer motorischen Beeinträchtigung eine "normale" Tastatur oder Maus nicht benutzen konnten, bedeutete die Spracherkennung ein sehr effizientes Hilfsmittel.
Denn: Die Spracherkennung ermöglichte die Benutzung des Computers und der Computer bedeutet die Schnittstelle nach "draußen", der Zugang zu online-Medien, Online-Shopping, Internet, E-Mails und vieles mehr.
Der sinnvolle Einsatz von Spracherkennung kennt aber auch seine Grenzbereiche. So ist sein Einsatz immer dann erfolgreich, wenn im Vorfeld die Rahmenbedingungen seriös geprüft und eingehalten werden.
Hierzu bedarf es kompetenter Vertriebspartner, die seriös und realistisch beraten und projektieren!
Selbst die Firma Dragon Systems hatte dies 1992 schon im Vertriebskonzept berücksichtigt. Obwohl es auf der einen Seite eine Pflichtveranstaltung für mich war, durfte ich im Februar 1993 eine hochinteressante, 4-tägige Schulung im Hause der Firma Dragon Systems in Newton, Massachusetts, genießen und ich wurde einer der ersten, zertifizierten "CDR‘s“ (Certified Dragon Reseller).
Aber selbst eine seriöse Projektierung und eine fachkompetente Installation reichen nur selten zu einem erfolgreichen Einsatz der Spracherkennung. Ganz wichtig ist eine professionelle Schulung des Anwenders. Hier appellieren wir ganz dringend an alle Kostenträger: einer behinderten Person eine Spracherkennung zu bewilligen ist eine sehr sinnvolle und lobenswerte Tat. Aber ohne die dazugehörige Schulung kann der Anwender leider sehr oft mit dem Hilfsmittel nichts anfangen!
Bis zum heutigen Tag erfüllen wir selbst als anbietendes Unternehmen selbstverständlich alle vorgeschriebenen Pflicht-Schulungen bei dem jetzigen Lizenz-Inhaber, dem amerikanischen Unternehmen NUANCE, um unseren Titel "Nuance Certified Solutions Partner“ weiterhin führen zu dürfen.
In den bislang vergangenen 18 Jahren sind wir schon sehr stolz darauf, ca. 1.000 Einzellizenzen der Spracherkennungssoftware bei schwerst körperbehinderten Menschen zum Einsatz gebracht zu haben!


